Testbericht divecomputer.eu

Martin hatte Gelegenheit den Tauchcomputer von divecomputer.eu in den vergangenen Wochen auf Herz und Nieren zu testen. Herausgekommen ist dieser Testbericht.

Nachdem mein Tauchcomputer nach fast 10 Jahren vielleicht auch mal in Rente gehen darf, habe ich mich im Frühjahr/Sommer 2017 angefangen zu informieren, was denn der Markt so bietet und bin auf Informationen zu einem neuen, multigas-fähigem Tauchcomputer gestoßn, der angeblich auf den Markt kommen sollte. Im November war es dann soweit und Michael von der dive-machinery war so nett, mir ein Exemplar zum ausprobieren zur Verfügung zu stellen.

Als ich sein Paket öffnete, lag ein schwarzes Case vor mir und darin der divecomputer.eu inklusive einer umfangreichen Bedienungsanleitung.

Der erste Eindruck war schon von der Verpackung her durchaus wertig, der Tauchcomputer selbst aus einem Block gefertigt, mit 2 Edelstahl-Druckknöpfen (Piezo-Taster) und großem, farbigen Display. Die Befestigung am Arm erfolgt ausschließlich über 2 Bungeeseile welche durch die integrierten Öffnungen gezogen werden können. Die Stromversorgung erfolgt über eine handelsübliche 1,5V AA-Batterie, die einfach selbst einzubauen und zu tauschen ist. Die Menüführung erschien mir von Anfang an logisch und gut strukturiert, was eigentlich den Blick in die Bedienungsanleitung sparte.

Bereits von Beginn an und ohne Mehrkosten stehen 5 Tauch-Modi zur Verfügung:

  1. Apnoe,
  2. Bottomtimer
  3. OC Rec (Sporttauchmodus, 3 Atemgase)
  4. OC Tec (Tec-Modus, 7 Atemgase mit Trimix) und
  5. CCR Fixed SP

Ebenso gibt es einen eingebauten Tauchgangsplaner, Logbuch und einen digitalen Kompass.

Die Tauchgangsberechnung erfolgt nach Bühlmann ZHL16C, die Gradientenfaktoren sind mehr oder weniger frei wählbar. In meiner Software-Version ließ sich der GF low nur bis 50 und in 5er-Schritten einstellen, ein Software – Update soll folgen.

Die Dimensionen des Tauchcomputers sind meiner Meinung nach gut gewählt, er stört nicht und vom Gewicht her merkt man ihn kaum. Alle tauchgangsrelevanten Daten sind auf einen Blick schnell und gut zu erfassen, die Helligkeit des Displays lässt sich in 5 Stufen einstellen, wobei nach meiner Meinung nach die Einstellung „Medium“ eigentlich hell genug ist. Das Display ist noch von einem Delrin-Rand geschützt und fast blendfrei abzulesen. Die weniger relevanten Daten wie Zeit und Wassertemperatur rechts oben sind für mich als Brillenträger – ich tauche aber ohne – nicht sooo einfach ablesbar, ist aber kein Beinbruch.

Was mich jedoch irritiert hat, ist die Aufstiegsanzeige. bei ca. 2m/min bereits gelb, bei ca. 4m/min rot und an der Obergrenze angekommen – mein Vyper war da grade mal beim 2ten Balken, und bei dem ist die Obergrenze 10m/min.

Das heißt für mich, dass Aufstiegsgeschwindigkeiten über 4m/min, wenn keine oder wenig optische Referenzen vorhanden sind, nur sehr schwer abzuschätzen sind. Das ist vielleicht ein kleiner Nachteil, ich persönlich würde in diesem Fall dann eher auf den Backup-TC schauen.

Die Bedienung der Piezo-Taster erschien mir persönlich an Land fast schwieriger als mit Trockentauchhandschuhen Unterwasser, geht aber trotz allem sehr gut. Auch der Gaswechsel geht einfach. Hier sei noch vermerkt, dass der divecomputer.eu die MOD mit einem PPO2 von 1,6 rechnet (und nicht wie im Handbuch angegeben mit 1,4).

Das Logbuch ist klar aufgebaut und in der Detailansicht lassen sich auch die einzelnen Kurven für Tauchgangsprofil, PPO2-Wert und Temperatur einzeln oder zusammen anzeigen.

Bei meiner Testversion des Tauchcomputers ist der Stromverbrauch aufgefallen, nur durch herumliegen hat der Computer in 3 Wochen fast eine ganze Batterie ausgesaugt. Wie es scheint, lag das am dauernden Abfragen des Drucksensors. Bei den Modellen 2018 ist bereits ein Wasserkontakt verbaut und der Stromverbrauch im Standby geht gegen 0.

Im Endeffekt kann der divecomputer.eu alles, was seine Konkurrenten auch können, nur ohne preislich in den vierstelligen Eurobereich zu gelangen. Und ich werde ihn mir mit Sicherheit zum Geburtstag schenken.

Ich bedanke mich bei Martin für diesen ausführlichen Bericht. Wie schon geschrieben, sind die neuen Geräte bereits mit einem Wasserkontakt ausgestattet, eine Software, um den divecomputer.eu auch über OSX updaten zu können soll in den nächsten Wochen erscheinen. (Im Moment kann die Software nur über einen Windows PC upgedated werden. Umweg über eine virtuelle Maschine auf OSX war nicht möglich)

Der divecomputer.eu kann zum Testen über das Testcenter bestellt werden. Die anfallenden Kosten werden, bei Kaufabschluss innerhalb von 14 Tagen, vom Kaufpreis abgezogen.

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