Höhlentauchwochenende in Valstagna – Teil 2

Da wir heute einiges vor hatten, begann unser Tag schon um 07:30 bei einem guten Frühstück in unserer Pension. Wie am Vortag beschlossen, war das heutige Ziel die Grotte di Elefante Bianco, diese Höhle war uns ja schon aus dem Vorjahr bekannt, und konnte schon letztes Jahr mit guten Sichtweiten punkten.

Von unseren Pension führten uns ungefähr 15 Minuten Autofahrt zu einem kleinen Parkplatz, von dem aus der Aufstieg (ich nenne das mal so) zur Elefante Bianco Höhle beginnen sollte.

Zuerst machten wir uns nochmals auf zum Quelltopf, um und über Bedingungen wie Sichtweiten oder Strömung ein Bild zu machen. Da der Quelltopf zwar eine leichte Trübung, aber keine außergewöhnliche Strömung aufwies, entschieden wir uns – um Zeit zu sparen – gegen einen Checkdive.

Der Quelltopf der Elefante Bianco
Der Quelltopf der Elefante Bianco

Strategisch gut geparkt fingen wir an, unser mitgebrachtes Equipment auszuladen. Der Einfachheit halber trugen wir das gesamte, für 2 Tauchgänge benötigte, und je nach Konfiguration unterschiedliche Equipment zum Quelltopf.

Die dicke Berta
Die dicke Berta

Bei mir war das zum Beispiel:

1 x Doppel 18 mit Trimix 18/45
1 x 80cft mit Trimix 18/45
2 x 80cft mit EAN50
1 x 40cft mit O2

Beim Tragen der Stages sowie der Stageregler leisteten die mitgebrachten KUBI Stagerucksäcke (welche das erste Mal zum Einsatz kamen) gute Dienste und machten sich mehr als einmal bezahlt.

Nach ungefähr einer Stunde waren die Tragearbeiten erledigt, und wir konnten die Trockentauchanzüge anziehen und in Richtung Quelltopf aufmachen.

Der KUBI Stage-Rucksack
Der KUBI Stage-Rucksack

Da unsere Gruppe aus 5 Leuten bestand, von denen 3 mit offenem System und 2 mit Rebreather unterwegs waren, war die Teamaufteilung von Anfang an klar. Wir entschieden, dass das OC Team als erstes Team in die Höhle vordringen würde, das RB Team würde folgen. Klarerweise wurde dann auch vom OC Team die Verbindung zur Mainline gelegt.

Die Sichtweiten in Quelltopf und später in der Höhle würde ich mit ca. 5 Meter beschreiben, leider war das Wasser, bedingt durch die Regenfälle der letzten Tage etwas getrübt, wodurch ich wahrscheinlich etwas zu weit rechts in die Höhle hineinschwamm, und die Caveline erst in der Höhle mit der Mainline verbinden konnte.

Zur Erklärung: Bei der Elefante Bianco ist die Mainline bis kurz vor den Höhleneingang gelegt, und dort an einem Haken im Fels befestigt. Eigentlich perfekt, um das Reel anzuknüpfen – wenn man diesen findet.

Hinweisschilder beim Parkplatz der Höhle
Hinweisschilder beim Parkplatz der Höhle

Die schon erwähnte Sichtweite wurde leider auf Tiefe auch nicht besser, wodurch der Abstand zum Teampartner gering gehalten wurde. Auf ca. 57 Metern erreichten wir den Schacht, der fast senkrecht bis in eine Tiefe von 120 Metern reicht. Der obere Teil des Schachtes wurde erkundet, und auch der Jump zum Blindgang wurde entdeckt. Ursprünglich war geplant, den Jump während des ersten Tauchganges zu setzen, aber die Sichtverhältnisse machten uns auch hier wieder einen Strich durch die Rechnung.

Nach Ablauf der Grundzeit begann das OC Team langsam wieder mit dem Aufstieg. Praktischerweise ist in der Elefante Bianco bedingt durch das Höhlenprofil eine schöne Dekompressionsphase möglich. Dies war auch der Zeitpunkt, an dem ich meine ummodellierte Heizweste zum Einsatz brachte.

Basierend auf einer alten KUBI Heizweste habe ich stärkere Heizdrähte (75 Watt) eingezogen und diese vernäht. Ich war angenehm beeindruckt von der Leistung und konnte so den Rest meiner Dekozeit kuschelig warm verbringen.

Nach 62 Minuten erreichten wir wieder die Oberfläche, das Rebreatherteam hat die Tauchzeit sowie die Maximaltiefe mit 90 Minuten und 80 Metern etwas mehr ausgedehnt. Wer kann, der kann.

Sichtweite im Quelltopf
Sichtweite im Quelltopf

Für die Zeit zwischen den Tauchgängen hatten wir vereinbart dass Peter und ich zur Grotte di Oliero fahren würden, um uns von den vorherrschenden Konditionen zu überzeugen, und auf dem Rückweg Pizza mitbringen würden.

Im Büro der Grotte trafen wir auf Alberto, mit dem ich schon im Vorfeld bezüglich der Öffnungszeiten und der Taucherlaubnis Kontakt hatte. Noch kurz geplaudert und wir machten uns auf den Weg zum Höhleneingang. Die Strömung war zwar etwas stärker, aber nicht so stark wie erwartet, somit wussten wir, was auf uns zukommen würde.

Mit dem Gedanken, dass schließlich noch ein paar Stunden Zeit wären, in denen sich die Konditionen nur verbessern könnten, machten Peter und ich uns wieder auf in Richtung Büro. Wir klärten mit Alberto noch ab, wann wir am nächsten Tag eintreffen würden und fuhren dann weiter zu einer kleinen Pizzeria im Ort.

Der Fluss welcher der Höhle entspringt
Der Fluss welcher der Höhle entspringt

Eingedeckt mit einer Pizza und einer zuckerhaltigen Limonade ging es wieder zurück zum Parkplatz wo unsere polnischen Freunde schon auf uns warteten. Wir informierten sie über den Status der Oliero, und liessen uns die Pizzen schmecken.

In der Tauchpause genossen wir die Sonnenstrahlen und fachsimpelten natürlich über die Ausrüstung, geplante Ausflüge und vergangene Tauchgänge.

Nach ungefähr 2 Stunden machten wir uns wieder daran, uns für den zweiten Tauchgang vorzubereiten. Da wir das Equipment ja schon in der Früh an den Quelltopf getragen hatten, blieb uns dies zum Glück erspart.

Das Gebirge rund um die Höhle
Das Gebirge rund um die Höhle

Auch der zweite Tauchgang war nicht von besonders guter Sicht geprägt, wir erreichten auch diesmal eine Maximaltiefe von 57 Metern. Wie zu erwarten hatte sich die Sicht natürlich nicht gebessert (wie auch), was auch bei diesem Tauchgang erhöhte Aufmerksamkeit erforderte. Wieder hatten wir die Teams in Offenes System (Peter, Seba, ich) und Rebreather (Marek, Eryk) aufgeteilt. Das zweite – das Rebreather – Team hatte auch die Aufgabe, das zuvor gelegte Reel wieder aus der Höhle mit hinauszubringen.

Die Deko verlief relativ ruhig, allerdings machte sich eine meiner Bottomstages selbständig, tauchte schon mal ohne mich auf und wartete beim Einstieg als ob nichts passiert wäre.

Der Weg zum Quelltopf
Der Weg zum Quelltopf
Der Weg zum Quelltopf
Der Weg zum Quelltopf

Direkt im Anschluß an den Tauchgang machten wir uns daran, das ganze Equipment den Berg wieder herunterzutragen. Wer jetzt glaubt, runter ist einfacher als rauf, der irrt.

Aber irgendwann war auch das geschafft, und wir machten uns auf den Weg zurück in unsere Pension. Der Hunger nagte schon an uns allen (Tauchen macht hungrig) und nachdem wir uns alle frisch geduscht und frisiert hatten ging es los in Richtung Bar Trenti, wo wir den Tag gebührend ausklingen liessen.

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