Höhlentauchwochenende in Valstagna – Teil 1

Wie schon letzten Jahr machten wir uns zu einem verlängerten Wochenende im wunderschönen Valstagna im Bezirk Venezien auf. Nach den etwas enttäuschenden Konditionen letztes Jahr im Mai setzten wir diesmal den Termin mit Anfang März etwas früher an, um der Schneeschmelze zu entgehen und entsprechend gute Konditionen fürs Höhlentauchen vorzufinden.

Da das Equipment für ein ganzes Tauchboot ausgereicht hätte, war es selbsverständlich, wieder meinen Anhänger zu nehmen, der schon im letzten Jahr gute Dienste geleistet hatte. Schließlich waren 3 Doppelpakete (2 x Doppel 12, 1x Doppel 18) und insgesamt 7 Stages (6 x 80cft, 1 x 40cft) + die gesamte restliche Ausrüstung zu transportieren. Klar, auf so einen Trip geht man nicht unvorbereitet, so war von vielen Ausrüstungsgegenständen ein Backup vorhanden, und die Ersatzteilbox war gut gefüllt.

Zustätzlich kamen von meinen Begleiter Peter nochmals 10 80cft und 2 x 40 cft Stages dazu, welche alle im Hänger untergebracht werden wollen.

Massig Equipment
Massig Equipment

Schon Tage zuvor hatte ich das Equipment welches ich für dieses Höhlentauchwochenende mitnehmen wollte, Stück für Stück zusammengetragen, bis schließlich in unserer Garage kein Platz mehr für das Auto war.

Mittwoch Abend brachte mir Peter noch seine Stages sowie das Helium Analysegerät vorbei, und das lustige Analysieren der Flaschen konnte beginnen.

Glaubt mir ja sonst niemand...
Glaubt mir ja sonst niemand…

Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, von den Flaschen ein Foto zu machen, glaubt mir ja sonst niemand.

Wieder Erwarten konnte der Anhänger ohne größe Probleme gut beladen werden, einzig die dicke Berta passte nicht mehr rein, die musste ins Auto geladen werden.

Donnerstag 10.03.2016

Pünktlich um 09.00 stand Peter vor meiner Türe, und wir machten uns abfahrbereit. Dicke Berta verlade, Anhänger angekoppelt, Lichter überprüft und los gings. Vor uns lagen ca. 700km, damit fast 7h Autofahrt. Der Plan war, unsere Tauchkollegen aus Polen Abends dann direkt im Hotel zu treffen, und den weiteren Plan zu besprechen.

Das erste Drittel der Fahrt verlief ohne größere Vorkommnisse, und die Fahrtzeit wurde natürlich genutzt, um über das (Höhlen)tauchen, bzw. das Equipment zu fachsimpeln.

Am Packsattel legten wir eine kurze Gulaschsuppen-Rast ein, als mich plötzlich ein Anruf von einer italienischen Nummer erreichte.

Natürlich hatte ich im Vorfeld bei der Gemeinde Valstagna um eine Tauchgenehmigung für die Oliero Höhle angesucht, da diese in einem Naturpark liegt, und das tauchen dort genehmigungspflichtig ist.

Zusätzlich hatte ich unser Kommen bei den Betreibern der Oliero Höhle angekündigt, damit wir nicht vor verschlossenen Türen stehen würden. (Wäre in der Nebensaison ja nicht so unüblich)

Verwaltungsgebäude der Oliero Grotte
Verwaltungsgebäude der Oliero Grotte

Und genau einer der Mitarbeiter, Allesandro rief mich jetzt an, um mir mitzuteilen, dass es die letzten Tage geregnet hätte, und daher das tauchen in der Oliero aufgrund stärker Strömung nicht möglich wäre. Schock.

Natürlich war so eine Nachricht in dieser Situation nicht besonders angenehm. Waren die wochenlangen Vorbereitungen etwa umsonst gewesen? Wurden die Gase für viel Geld umsonst gefüllt? Peter und ich beratschlagten uns, und kontaktierten auch gleich unsere polnischen Kollegen. Sollten wir umkehren müssen, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt dafür.

Wie schon erwartet, war die Reaktion auf polnischer Seite eher verhalten, ein Alternativprogramm am Attersee wurde eher negativ aufgefasst.

Wir kalkulierten nochmals die Möglichkeiten durch, und kamen zu folgendem Entschluss:

Der ursprüngliche Plan besagte, dass für Freitag zwei Tauchgänge in der Oliero Veci geplant waren, und am Samstag dann zwei weitere Tauchgänge in der nahe gelegenen Elefante Bianco. Sollten in der Oliero wirklich so schlechte Bedingungen vorherrschen, wie angekündigt, würden wir einfach die Tauchgänge in der Elefante auf Freitag vorziehen, und so nochmals ein Zeitfenster von über 24 Stunden haben, in denen sich die Konditionen verbessern könnten. Diese Entscheidung wurde unseren Tauchkollegen mitgeteilt, und weiter ging die Fahrt. Ich gab unsere Entscheidung noch an Allessandro weiter, da – wie sich einen Tag später herausstellen sollte – das Personal extra wegen uns anwesend war, und wir wollten ja niemandes Zeit vergeuden.

Der Rest der Strecke verlief ruhig, ungefähr die letzten 70 Kilometer werden nicht mehr auf der Autobahn sondern durch die Dörfer zurückgelegt – somit ist dieser Teil der Strecke besonders langwierig.

Mein Plan sah vor, das Tageslicht auszunutzen und noch vor dem Check-In im Hotel der Elefante Bianco Höhle einen Besuch abzustatten, und sich direkt vor Ort von den vorherrschenden Konditionen zu überzeugen. Gesagt – getan. Der Fluss, welcher vom Wasser aus der Höhle gespeist wird führte nicht übermässig viel Wasser, was unsere Hoffnung natürlich steigen ließ, und auch ein Besuch des Quelltopfes verhiess viel Gutes.

Quelltopf der Elefante Bianco Cave
Quelltopf der Elefante Bianco Cave

Leider war die Sicht im Quelltopf etwas getrübt, so gute Bedingungen wie wir sie im letzten Jahr hatten, wo wir vom Ufer aus fast bis zum Höhleneingang (welcher bei dieser Höhle auf ungefähr 23 Metern liegt) sehen konnten, hatten wir leider nicht. Das Wasser im Quelltopf wies eine türkisgrüne Farbe und eine Trübung, hervorgerufen durch das abgetragene Sediment auf. Die Sicht hätte ich bei 5 Metern eingeschätzt. Strömung war keine vorhanden, nur der Wasserpegel war um einiges höher als im Vorjahr.

Zufrieden mit dem Ergebnis fuhren wir weiter ins Hotel, um die Zimmer zu beziehen und auf unsere polnischen Freunde zu warten.

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Zeitvertreib…

Der Hunger jedoch war es, der uns in die schon bekannte Bar Trenti trieb, um dort den Rest der Truppe zu treffen. Gesagt – getan. In der Bar Trenti angekommen, wurde die erste Runde Speis und Trank bestellt. Unsere Tauchkameraden ließen auch nicht lange auf sich warten, das Wiedersehen war voller Freude.

Der Plan für die nächsten Tage wurde durchbesprochen, abgenickt und gegen 21:30 machten wir uns wieder auf in Richtung Unterkunft, da – bedingt durch die lange Anreise – jeder froh war, ins Bett zu kommen.

Teil 2 folgt…

 

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