Bergwerktauchen in Miltitz

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Am Wochenende um den 25. & 26.Oktober waren wir in Miltitz zum Bergwerktauchen zu Gast. Die Tauchgänge vor Ort werden vom Tauchtreff Dresden organisiert, es gibt hier – soweit ich in Erfahrung bringen konnte – nur eine Handvoll Termine im Jahr, welche rasch ausgebucht sind. Bei der Anmeldung zum Bergwerktauchen muss vorab eine Kopie des Höhlenbrevets mitgeschickt werden.

Weiters sollten Tauchgänge mit Trimix ebenfalls angekündigt werden, zusätzlich ist hier das Gas für denjenigen, der im Falle einer Rettungsaktion in die Höhle muss, ebenfalls mitzunehmen. Füllmöglichkeit gibt es vor Ort keine, für Füllungen müsste man direkt nach Dresden hineinfahren, da wir uns das jedoch sparen wollten, wurden vorab jede Menge Stages gefüllt.Das „Gepäck“ wurde schon am Donnerstag davor verladen, damit nicht unnötig Zeit verloren geht, schließlich stand uns eine Fahrt von ca. 5 Stunden bevor.Pünktlich kurz nach 16h ging es von Judenau Richtung Dresden. Die Fahrt verlief zum Glück ohne Zwischenfälle – wenn man davon absieht, dass unser Navigationssystem die genaue Adresse der Unterkunft nicht kannte und wir erst mal ein paar Extrarunden drehen durften.

IMG_2682Schlußendlich kamen wir doch gegen 22.30 in unserer Unterkunft „Landgasthof Meisser Blick“ an, wo wir freundlich empfangen wurden. Einige Minuten später trafen auch unsere Tauchpartner für dieses Bergwerktauchen – Wochendende, Marek und Seba aus Polen ein.

Noch kurz mit der örtlichen Spezialität „Schnitzel auf Brot“ und einem Bier gestärkt, ging es gegen 23.30 ins Bett, schließlich hatten wir am kommenden Tag viel vor.

Bei diesem Bergwerktauchen Projekt waren insgesamt 3 Tauchgänge geplant, von denen uns zumindestens einer in die tieferen Regionen des Bergwerkes führen sollte. Als Bottomgas war hier immer ein 18/45er Mix, als Dekogas EAN50 und O2 kalkuliert. Sicher ist sicher.

Nach dem reichhaltigen Frühstück, gekrönt durch den Topf mit Bratenfett, verließen wir das Quartier um uns in Richtung Bergwerk aufzumachen, wo wir dann gegen 11.00 IMG_2683(natürlich nicht, ohne einmal falsch abgebogen zu sein) eintrafen.

Erste Bestandsaufnahme und Besichtigung der Location, zusammen mit der Einweisung durch Peter von der Tauchschule Dresden, der hier an diesem Tag die Gesamtkoordination über hatte.

Die Infrastruktur am Tauchplatz war den Anforderungen angepasst, es gab insgesamt 4 stabile Tische, auf denen die Flaschenpakete an- und abgelegt werden konnten, 2 Einstiege in den „Eingangsbereich“ und ausreichende Beleuchtung.

Der erste Tauchgang sollte uns in den tieferen Bereich des Bergwerkes führen, Maximaltiefe 60m. Grosse Teile des Bergwerkes sind fix ausgeleint, da hier jedoch auch Ausbildungen zum Bergwerktauchen durchgeführt werden, muss der eine oder andere Jump gesetzt, oder vom Reel Gebrauch gemacht werden. Aber so rostet man wenigstens nicht ein.

FullSizeRenderNach der Aufnahme von Bottomgas, Dekogemisch und O2 ging es auf eine Tiefe von 6 Metern, wo wir den Bubble Check durchführen. Die O2 Stage wurde hier an der Leine festgemacht und sollte das restliche Wochenende dort verbringen.

IMG_2677Wir tauchten entlang der Hauptleine bis zu einem Abzweiger welcher uns bis in eine Tiefe von 57 Metern führte. Auf dieser Tiefe verbrachten wir einige Minuten, um uns das Bergwerk genauer anzuschauen, bevor wir wieder den Aufstieg einleiteten. An der 21 Meter Marke wurden die vorher deponierten Stageflaschen mit EAN50 wieder aufgenommen und die Deko eingeleitet.

IMG_8517Durch die „örtlichen“ Gegebenheiten, war die Deko kein Problem, und der letzte Dekostopp auf 6 Metern konnte genutzt werden, um die seichteren Bereiche zu besichtigen.Nach ungefähr 67 Minuten beendeten wir den Tauchgang.

Es folgte eine Oberflächenpause, die – dank dem schönen Wetter – direkt am Parkplatz des Bergwerks abgehalten werden konnte. Die Zeit wurde genutzt um uns zu stärken, und sich über das eine oder andere Taucherlebnis auszutauschen. Nach ungefähr 3,5 Stunden machten wir uns für den zweiten Tauchgang fertig.

Dieser sollte uns im 4-er Team bis auf eine Tiefe von ca. 30m führen, diesmal in einen Bereich des Bergwerks, welcher nicht ausgeleint ist und als „Blinddarm“ bekannt ist. Hierbei handelt es sich um einen Stollen mit ca. 3 Metern im Durchmesser, der – wie der Name schon vermuten lässt – in einer Sackgasse endet. Perfekt also, um das Reel zum Einsatz zu bringen.

IMG_8515Am Ende der fixen Leine knoteten wir an, und es konnte losgehen. Lehrbuchmässig wurden alle paar Meter die tie-offs gemacht, bis wir das Ende des Stollens erreichten und umkehrten.

Wieder stiegen wir langsam in den 6 Meter Bereich um dort auszutauchen. Abgesehen von einer kurzzeitigen Sichttrübung durch den „massiven Gebrauch von nicht adäquater Flossenschlagtechnik in einem zu geringen Abstand zum Höhlenboden“ verlief dieser Tauchgang ebenfalls ohne Probleme.

Um für den nächsten Tag – an dem geplant war, die Heimreise direkt vom Bergwerktauchen aus zu starten – gerüstet zu sein, bereiteten wir das benötigte Equipment gleich vor. Sehr angenehm ware die Tatsache, dass die Ausrüstung über Nacht im Bergwerk versperrt wurde.

IMG_8496Gegen 18:00 traten wir die Rückfahrt in unser Quartier an, die Müdigkeit stand jedem von uns ins Gesicht geschrieben. So fiel das Abendessen zwar reichhaltig aber kurz aus, gegen 20:30 verabschiedete ich mich um schlafen zu gehen.

Der Schlaf war erholsam und bitter notwendig, wäre da nicht die Zeitumstellung gewesen, die meinen Biorythmus ordentlich durcheinanderbrachte.

Da wir noch am Vorabend den Grossteil unserer Sachen gepackt hatten, konnten wir pünktlich um 09:00 die Unterkunft in Richtung Bergwerk verlassen.

An diesem Tag war der Andrang zum Bergwerktauchen nicht so groß, wie zuvor am Samstag, und wir konnten als eines der ersten Teams ins Wasser gehen. Auch dieser Tauchgang führte uns wieder in den „Blinddarm“, gleichzeitig nutzte ich die Gelegenheit um ein paar Unterwasserbilder der verschiedenen Lampen und Leuchtmittel zu machen.

IMG_2678Zu diesem Zweck hatte ich bei den beiden Tauchgängen immer 2 Hauptlampen dabei. (Wie sich bei der Sichtung der Bilder zeigte, waren diese qualitativ leider nicht auf dem Level, den ich erwartet  hatte… daher wird die Fotosession demnächst wiederholt.) Gegen Ende des Tauchganges nahmen wir noch die O2 Stage mit auf und tauchten in RichtungAusgang retour.

Zurück an der Oberfläche verstauten wir das Equipment nach einer kurzen Grundreinigung im Auto und machten uns für die Heimreise fertig.

Ein ungefährer Plan des Bergwerkes Miltitz. Die roten Linien zeigen unsere Tauchgänge auf.

Bergwerksplan Miltitz

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Unsere Gruppe vlnr: Peter, Michael, Marek, Seba

Die Rückfahrt verlief ohne Probleme nur ein kurzer Zwischenstopp beim örtlichen Burgerbrater war notwendig.

Alles in allem kann ich sagen, dass das Bergwerktauchen auf jeden Fall ein Erlebnis darstellt, es gibt hier sicher noch den einen oder anderen Winkel, den man erkunden kann. Vielen Dank auch an dieser Stelle an das Team vom Tauchtreff Dresden für die reibungslose Organisation und vor allem für das äusserst hohe Level an Sicherheit.

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